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Hoffnung

Himmel, Auferstehung und neue Schöpfung

Was Christen nach dem Tod und am Ende erwarten: nicht auf einer Wolke schweben, sondern auferstehen, in einer Welt, die Gott neu macht.

Viele Menschen denken bei der christlichen Hoffnung an eine Seele, die nach dem Tod in den Himmel schwebt. Die Bibel sagt mehr, und etwas Irdischeres. Christen bekennen „die Auferstehung der Toten und das ewige Leben“: ein ganzer Mensch, mit Leib, der aufersteht, wie Jesus auferstanden ist, in einer Schöpfung, die Gott erneuert. Der Himmel ist nicht das Ende der Geschichte; am Ende kommt Gott, um bei den Menschen zu wohnen.

Jesus ist von den Toten auferstanden, und er verspricht, alles neu zu machen. Einmal gibt es keine Traurigkeit und keinen Schmerz mehr, und wir wohnen für immer bei Gott, in einer Welt, die noch schöner ist als jetzt.

Die große Linie

Von jetzt bis zur neuen Schöpfung, wie die Bibel es erzählt.

  1. Station 1

    Schon jetzt

    Das ewige Leben beginnt nicht erst nach dem Tod: Wer Jesus kennt, „hat das ewige Leben“. Das Reich Gottes hat schon begonnen, wie ein kleines Samenkorn, das wächst.

  2. Station 2

    Beim Tod

    Der Tod ist echt, und die Bibel nennt ihn einen Feind. Aber wer in Christus stirbt, ist „bei Christus“, was Paulus „viel besser“ nennt. Zu dem Mann neben ihm am Kreuz sagt Jesus: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.

  3. Station 3

    Jesus kommt wieder

    Was die Engel bei der Himmelfahrt sagten, bekennen alle Kirchen: Er wird kommen in Herrlichkeit. Niemand kennt den Tag oder die Stunde; darum bittet Jesus, wachsam zu leben, nicht zu rechnen.

  4. Station 4

    Die Auferstehung

    Die Toten stehen auf, mit einem Leib, der nicht mehr vergeht, wie der auferstandene Leib Jesu: echt, erkennbar und doch anders. „Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich.“

  5. Station 5

    Das Gericht

    Alles kommt ans Licht, und der Richter ist Jesus, der für uns gestorben ist. Das ist ernst: Nicht alles ist gleichgültig. Und es ist eine Hoffnung: endlich Gerechtigkeit für alle, die Unrecht erlitten haben. Mehr über die Hölle liest du bei den schwierigen Fragen.

  6. Station 6

    Ein neuer Himmel und eine neue Erde

    Am Ende sieht Johannes die heilige Stadt aus dem Himmel herabkommen. Gott wohnt bei den Menschen, wischt jede Träne ab, und der Tod ist nicht mehr. Die Schöpfung wird nicht weggeworfen, sondern befreit und erneuert.

Was geschieht, wenn man stirbt?

Alle Kirchen hoffen auf die Auferstehung. Über die Zeit bis dahin sprechen sie verschieden.

  • Katholisch

    Himmel, Läuterung und Hölle

    Nach dem Tod folgt das „besondere Gericht“. Wer in der Freundschaft Gottes stirbt, aber noch nicht ganz gereinigt ist, wird geläutert (das Fegefeuer, auch Purgatorium genannt), als Vorbereitung auf den Himmel. Darum betet die Kirche für die Verstorbenen, wie es schon in 2 Makkabäer 12 geschieht, einem Buch, das in der katholischen Bibel steht. Bei der Wiederkunft folgen die Auferstehung und das Jüngste Gericht.

  • Orthodox

    Warten in Hoffnung, Gebet für die Toten

    Die Seele kommt zu Gott und wartet auf die Auferstehung, in einem Vorgeschmack von Freude oder von Trauer. Die orthodoxe Kirche betet viel für die Verstorbenen, zum Beispiel am dritten, neunten und vierzigsten Tag, legt aber kein Fegefeuer fest.

  • Evangelisch

    Sofort bei Christus

    Wer in Christus stirbt, ist sofort bei ihm, allein aufgrund seines Werkes; es gibt kein Fegefeuer, denn das Kreuz hat genügt. Auch Protestanten warten auf die Auferstehung des Leibes und die neue Schöpfung. Das Gebet für die Toten ist in den meisten evangelischen Kirchen nicht üblich.

  • Auch zu hören: Seelenschlaf

    Eine Minderheit, u. a. Siebenten-Tags-Adventisten

    Manche Christen lesen „entschlafen“ wörtlich: Die Toten wissen nichts bis zur Auferstehung, und erst dann wird der Mensch wieder lebendig. Die großen Kirchen lehnen das ab, weil Jesus und Paulus von „heute“ und „bei Christus“ sprechen.

Wie sieht die neue Schöpfung aus?

Die Bibel gibt keinen Lageplan, aber Bilder, die zusammen eine Verheißung sind.

  • Gott wohnt bei den Menschen

    Das Herz der Verheißung ist kein Ort, sondern jemand: „Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen!“ Sie werden sein Angesicht sehen.

  • Keine Tränen, kein Tod

    Gott wischt jede Träne ab. Leid, Geschrei und Schmerz sind nicht mehr: „Das Erste ist vergangen.“

  • Ein neuer Leib

    Keine Schatten oder Engel, sondern Menschen mit einem auferweckten Leib, so wie Jesus nach Ostern aß und sich berühren ließ.

  • Eine erneuerte Erde

    Die Schöpfung seufzt jetzt noch, aber sie wird befreit. Christen erwarten „einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt“.

  • Ein Festmahl

    Jesaja sieht ein Mahl für alle Völker auf Gottes Berg; Jesus spricht von Menschen aus Osten und Westen, die zu Tisch sitzen. Die Bibel endet mit einer Hochzeit.

  • Aus allen Völkern

    Eine Schar, die niemand zählen kann, aus allen Nationen, Stämmen, Völkern und Sprachen. Der Reichtum der Völker wird in die Stadt gebracht.

Die tausend Jahre: vier Lesarten

Eines der meistdiskutierten Kapitel der Bibel, nebeneinander erklärt.

Offenbarung 20 spricht sechsmal von „tausend Jahren“, in denen der Satan gebunden ist und die Treuen mit Christus regieren. Was das bedeutet, lesen Christen schon seit den ersten Jahrhunderten unterschiedlich. Alle vier Lesarten unten glauben, dass Jesus wiederkommt, dass die Toten auferstehen und dass Gott alles neu macht. Sie unterscheiden sich in der Reihenfolge und darin, wie wörtlich die tausend Jahre zu verstehen sind. Draad wählt hier nicht.

Katholiken, Orthodoxe, Lutheraner, viele Reformierte; seit Augustinus die am weitesten verbreitete Lesart

  1. Jetzt: die Kirche und die Herrschaft Christi (die „tausend Jahre“)
  2. Jesus kommt wieder
  3. Auferstehung und Gericht
  4. Neuer Himmel und neue Erde
  • Jesus kommt wieder
  • Die tausend Jahre

Die tausend Jahre sind ein Bild für die Zeit der Kirche, jetzt: Christus regiert schon, das Böse ist durch das Kreuz gebunden. Am Ende kommt Jesus wieder, und zugleich folgen Auferstehung, Gericht und neue Schöpfung.

Vieles bleibt verborgen. Niemand kennt den Tag oder die Stunde, und die Bibel spricht über die Zukunft in Bildern: eine Stadt aus Gold, eine Hochzeit, ein Baum, dessen Blätter heilen. Paulus sagt, dass wir jetzt sehen „durch einen Spiegel ein dunkles Bild“. Fest steht, wer da wartet: derselbe Jesus, der auferstanden ist.

Weißt du es noch?

Fünf kurze Fragen zur christlichen Hoffnung.

Frage 1 von 5

Was bekennen Christen im Glaubensbekenntnis über das Ende?

Lies die letzten Seiten der Bibel: Alles wird neu.

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